Von der Feuerspritze zum Löschgruppenfahrzeug

Entwicklung der Technik seit dem 19. Jahrhundert

Wir möchten Ihnen hier einen möglichst kompletten Überblick über die Entwicklung der Fahrzeugtechnik geben. Sicherlich können nicht alle Informationen komplett sein, auch überschneiden sich einige Abschnitte mit der Chronik, aber als Zusammenfassung der technischen Entwicklung sei uns dies erlaubt.

Handdruck- oder auch Feuerspritzen

Handdruckspritze

Bereits in einem Protokoll aus dem Jahre 1858 ist von einer ersten Feuerspritze in Kirchweyhe die Rede.

Um 1864 wurde diese umfangreich instandgesetzt und im Jahre 1894 wurde eine neue Handdruckspritze für die Gemeinde Kirchweyhe beschafft.




Feuerwehr- und Mannschaftswagen

Feuerwehr- und Mannschaftswagen

Der Durchbruch zur Beweglichkeit gelang im Jahre 1938 mit dem Kauf eines alten Lastkraftwagens für 2.000,00 Deutsche Mark.

Dieser Wagen wurde von dem Stellmachermeister H. Wöhlert, Ahausen, zu einem Feuerwehr- und Mannschaftswagen umgebaut. Zu gleicher Zeit kaufte die Gemeinde auch eine transportable Motorspritze, die im Geräteraum des umgebauten Wagens Platz fand. Zusätzlich besaß dieses Fahrzeug noch eine Vorbaupumpe und am Heck eine angehängte Schlauchhaspel.



Das erste Tanklöschfahrzeug

Tanklöschfahrzeug

Im Jahr bekam 1956 die Kirchweyher Feuerwehr ihr erstes wasserführendes Fahrzeug. Es wurde ein Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16 T angeschafft. Sowohl beim Fahrgestell als auch beim Aufbau kam die Ulmer Firma Magirus zum Zuge.

Aufgebaut war das TLF auf einem S4500/6 Mercur Fahrgestell mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 9,2 Tonnen und Allradantrieb. Die Bezeichnung TLF 16 T bedeutet, dass es sich um ein Tanklöschfahrzeug mit einer eingebauten Pumpe von 1600 l/min (die 16 in der Bezeichnung) und einer Truppbesatzung – drei Mann (dafür das T) – handelt. Dieser Fahrzeugtyp ist etwas besonderes, da es ihn fast ausschließlich in Niedersachsen gibt. Darum spricht der Volksmund auch vom sogenannten „Niedersachsentanker“.

Im Wassertank konnten 2900 Liter Wasser befördert werden. An feuerwehrtechnischer Beladung wurde nicht viel verladen. Neben ein paar Schläuchen und Strahlrohren gab es noch einen Schnellangriffsschlauch. Das ist ein formstabiler Schlauch der direkt mit der Pumpe verbunden ist und so sofort in Betrieb genommen werden kann. Auf dem Aufbau lagerte noch eine vierteilige Steckleiter.

Einige Daten zu dem Fahrzeug:

  • Hersteller: Klöckner-Humboldt-Deutz AG (Ulm)
  • Baujahr: 1956 (im Einsatz bis 1986)
  • Gesamtgewicht: 9.200 kg (Eigengewicht ca. 5.480 kg)
  • Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h (auf gerader Strecke)

Das Fahrzeug ist inzwischen wieder in Kirchweyhe stationiert und Eigentum unseres Fördervereins.

Ebenfalls in diesem Jahr erhielt die Feuerwehr Kirchweyhe ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug. Aufgebaut war dieses Fahrzeug auf einem VW-Transporter. Da dieser Transporter aus Platz- und Gewichtsgründen nur 3 Mann Besatzung aufnehmen konnte, lautete die Bezeichnung des Fahrzeuges auch TSF-T. An feuerwehrtechnischer Beladung wurde auf diesem Fahrzeug alles verlastet, was eine komplette Gruppe von 9 Mann zur Brandbekämpfung benötigt (eine Tragkraftspritze, Saugschläuche, Druckschläuche und Armaturen wie Verteiler und Strahlrohre).

1969:  Das erste Löschgruppenfahrzeug

Ab diesem Jahr (genauer, ab dem 21. Juni) besaß die Feuerwehr Kirchweyhe ein Löschgruppenfahrzeug LF8. Dieses LF wurde auf einem Mercedes Benz 609, der so genannten Düsseldorfer Transporter Baureihe aufgebaut. Das Fahrzeug hatte ein zulässiges Gewicht von 6 Tonnen und eine Motorleistung von 90 PS.

Konzipiert war das Löschfahrzeug als ein LF mit Seitenbeladung, d.h. es konnte die feuerwehrtechnische Beladung seitlich links und rechts als auch am Heck entnommen werden. Im vorderen Teil war die Mannschaft untergebracht. Während der Maschinist und der Gruppenführer noch „richtige“ Sitze hatten, musste es sich die Mannschaft auf Holzbänken bequem machen. Beladen war das LF mit einer fest angebauten Frontpumpe und einer im Heck eingeschobenen Tragkraftspritze mit je einer Leistung von 800 Litern pro Minute und weiteren Schläuchen und Armaturen zur Brandbekämpfung. Neu waren bei diesem Fahrzeug die verlasteten Atemschutzgeräte.

Im Jahre 1973 wurde ein sogenannter „Rettungsschlitten“ beschafft. Auf ihm waren ein Stromerzeuger, Scheinwerfer, Trennschleifer, Stichsäge und eine Kettensäge verlastet. Bei einem Einsatzstichwort „Technische Hilfeleistung“ wurde dieser Schlitten im Tausch mit der Tragkraftspritze eingeladen.

 1980: Der erste Kommandowagen

Kommandowagen

In diesem Jahr beschaffte die Gemeindefeuerwehr Weyhe einen Kommandowagen und stationierte ihn in Kirchweyhe.

Aufgebaut war dieses KdoW auf einem Ford Transit mit langem Radstand und Hochdach.

Im Inneren waren die beiden Rücksitzbänke sich gegenüber angeordnet und zwischen ihnen ein Besprechungstisch eingebaut. Weitere Sonderausstattung hatte der KdoW nicht.

Die Aufgabe der „Einsatzleitung“ hat also schon eine sehr lange Tradition im Ortsteil Kirchweyhe. Im Jahre 2018 wird mit einem neuen Einsatzleitwagen bereits das dritte Fahrzeug für diese Aufgabe beschafft!

1986: Der neue „Tanker“

TLF

Im Jahre 1986 wurde für das alte TLF 16 T ein neues Tanklöschfahrzeug als Ersatz beschafft. Gekauft wurde ein TLF 16/25 – ein Tanklöschfahrzeug mit einer fest eingebauten Pumpe mit einer Leistung von 1600 Litern pro Minute und einem Wassertank von 2400 Litern Fassungsvermögen.

Zusätzlich war ein Schaummitteltank von 120 Litern Größe und ein Zumischer fest an einem Pumpenabgang eingebaut. Auch die Anzahl der mitfahrenden Besatzung war größer. In der Kabine konnte eine Staffel (6 Mann) Platz finden.

Hersteller von Fahrgestell und Aufbau war wieder die Firma Iveco-Magirus. Als Fahrgestell kam ein Iveco-Magirus 120-19 zum Zuge. Es hatte ein Gesamtgewicht von 12 Tonnen und eine Motorleistung von 190 PS. Dieses Fahrzeug war aber kein ganz Neues, sondern ein Vorführfahrzeug, das für Magirus im Lande unterwegs war. Leider wurde das TLF nicht so gekauft, wie es Magirus ausgebaut hatte. So musste der damals eingebaute Rettungssatz (Rettungsschere, Spreizer und das dazugehörige Aggregat) wieder entfernt werden.

Im Aufbau waren neben einem Schnellangriff und den notwendigen Schläuchen und Armaturen auch vier Atemschutzgeräte und ein Notstromaggregat von 5 kVA Leistung und Beleuchtungsmaterial sowie ein Be- und Entlüftungsgerät untergebracht. Auf dem Aufbaudach lagerte eine vierteilige Steckleiter und in einer Kiste Schaufeln und Besen.

Im Laufe der Jahre wurde das TLF aber immer wieder den Erfordernissen angepasst und mit zusätzlicher Beladung versehen. So wurden in der Kabine zwei Atemschutzgeräte eingebaut, damit sich der Angriffstrupp bereits auf der Anfahrt damit ausrüsten kann. Auch ein Belüftungsgerät wurde zusätzlich verlastet. Auf dem Aufbaudach kamen zwei Behälter für Hitzeschutzanzüge hinzu. Aber auch äußerlich hat sich das Fahrzeug über die Jahre verändert. So kamen Frontblitzer und eine Heckabsicherung in Form von gelben Blitzlampen hinzu. Im Jahre 2009 wurde von den Kameraden selbst eine Umfeldbeleuchtung installiert um bei Nachteinsätzen Licht ums Fahrzeug herum zu haben und die Schlauchhaspel wurde durch Schlauchtragekörbe ersetzt.

1993: Ersatz für das Löschgruppenfahrzeug

LF8

In diesem Jahr wurde Ersatz für das LF8 beschafft. Auch dieses neue LF8 stammte wieder aus dem Hause Iveco-Magirus – sowohl für Fahrgestell als auch für den Aufbau. Als Fahrgestell nutzte man ein Iveco-Magirus 65-12 (6,5 Tonnen Gesamtgewicht und 120 PS Motorleistung).

In der Mannschaftskabine kann eine Gruppe (9 Mann) Platz nehmen. Während der Fahrt kann sich der Angriffstrupp bereits mit den Atemschutzgeräten ausrüsten. Auch dieses Löschfahrzeug besaß zwei Pumpen – eine fest angebaut als Frontpumpe und eine im Heck als eingeschobene Tragkraftspritze – mit je einer Pumpenleistung von 800 Litern pro Minute.

Das LF8 dient hauptsächlich zur Herstellung der Wasserversorgung des TLFs und zur Beseitigung von Ölspuren. Die Beladung ist deshalb speziell für diese Zwecke ausgelegt. So sind auf den tragbaren Haspeln die B-Schläuche aufgespult und auch eine größere Menge Ölbindemittel ist in einem extra angefertigten Behälter gelagert.

Im Laufe der Jahre hat sich aber auch das LF8 den Gegebenheiten angepasst. Neben der Änderung der Beleuchtung (wie beim TLF Frontblitzer, Heckabsicherung und Umfeldbeleuchtung) wurde ein zusätzliches Notstromaggregat verlastet. Im Jahre 2010 wurde auch eine B-Schlauchhaspel durch C-Schlauch-Tragekörbe getauscht (die B-Schläuche lagern nun einzeln gerollt in Fächern) und die Ölbindemittelkiste wurde durch kleinere und handlichere Behälter getauscht.

1999: ELW für KdoW

ELW

Der alte KdoW genügte in seiner Ausstattung nicht mehr den Anforderungen an ein Führungsfahrzeug zur Einsatzleitung. Darum wurde im Jahre 1999 ein neuer Einsatzleitwagen (ELW) beschafft.

Auf einem Mercedes Sprinter 312D (3,5 Tonnen Gesamtgewicht und 120 PS Motorleistung) mit mittlerem Radstand und Hochdach fertigte die Magirus Brandschutztechnik in Görlitz den Aufbau.

Das Fahrzeug unterteilt sich in vier Bereiche: Vorne den Fahrerraum mit Platz für Fahrer und Gruppenführer, dahinter einem Besprechungsraum mit zwei gegenüberliegenden Zweiersitzbänken und Besprechungstisch. Daran schließt sich der durch eine Wand und Tür abzutrennende Funkraum an. Im Fahrzeugheck gibt es dann noch einen Geräteraum.

In den Jahren 2008/2009 erfolgte ein nochmaliger Umbau durch die Kameraden in Eigenleistung. Dabei sind einige Geräte ersetzt oder neu beschafft worden. Nach dem Umbau ist der ELW wie folgt ausgestattet: Im Fahrerraum ist eine zweite Sprechstelle für das im Funkraum eingebaute 4m-Band-Funkgerät und ein Navi eingebaut. Im Besprechungsraum ist am Tisch ein zweites Funkgerät eingebaut. Weiterhin gibt es einen Schrank mit Einsatzplänen und einen mit Schreibmaterialien und Dingen zur Lagekartenführung. Auch ein Drucker-Fax-Scanner-Gerät ist dort installiert. Im Funkraum ist zusätzlich zum 4m-Band- noch ein 2m-Band-Funkgerät fest eingebaut. Zur Arbeitsunterstützung stehen weiterhin ein Laptop, ein Telefon mit drei zusätzlichen Mobilteilen, drei 2m-Band-Handfunkgeräte und diverse Unterlagen zur Verfügung. Im Geräteraum lagert ein Notstromaggregat, Geräte zur Verkehrsabsicherung und die Wärmebildkamera der Gemeindefeuerwehr.

In den Jahren 2012-2016 wurde das Fahrzeug nach und nach auf den Digitalfunk umgerüstet. Zunächst nur mit einem MRT (Mobile Radio Terminal, Fahrzeugfunkgerät) bis zum Endausbau mit drei fest eingebauten MRT und 5 Handfunkgeräten (HRT). Im gleichen Zeitraum ist auch die Ausstattung mit EDV-Technik mehrfach erneuert und ergänzt worden.

Laufend verbessern die Kameradinnen und Kameraden die Ausstattung des Fahrzeugs mit Hilfsmitteln zur Einsatzführung und vor allem zur übersichtlichen Lagedarstellung.

2011: Das LF20 kommt!

LF20

Im Jahre 2010 stand die Ersatzbeschaffung für das TLF 16/25 an. Da inzwischen die Norm für solch ein Fahrzeug nicht mehr existierte wurde als Ersatz ein Löschgruppenfahrzeug 20/16 mit vergrößertem Wassertank geplant.

Fahrgestelllieferant für das neue LF ist MAN – das neue LF ist damit der erste MAN in Weyhe. Aufgebaut ist das Löschfahrzeug auf einem MAN TGM 13.290 4×4 BL (zulässiges Gesamtgewicht 13 Tonnen – aufgelastet auf 15 Tonnen, 290 PS Motorleistung, Allradfahrgestell, Federung vorn Blattfedern und hinten Luftfederung). Ausgestattet ist das LF mit einem MAN Tipmatic-Getriebe. Das ist ein teilautomatisiertes Getriebe, welches die einzelnen Gänge selbständig schaltet. Durch die Luftfederung an der Hinterachse kann das Löschfahrzeug an der Einsatzstelle ca. 15 cm (durch das Ablassen der Luft) abgesenkt werden. Das kommt dann einer geringeren Höhe bei der Geräteentnahme zu Gute.

Den feuerwehrtechnischen Ausbau realisierte die Firma Schlingmann. In der Mannschaftskabine können 9 Kameraden (Gruppenstärke) Platz nehmen. Der Angriffstrupp kann sich bereits während der Fahrt mit Atemschutzgeräten ausrüsten. Zwischen der Mannschaftskabine und dem Aufbau befindet sich ein pneumatisch ausfahrbarer Lichtmast mit 4 Xenon-Scheinwerfern, die über die 24 V-Bordspannung betrieben werden. Der Geräteaufbau hat insgesamt 7 Geräteräume. Eingebaut ist darin ein 2400 Liter fassender Wassertank, ein Schaummitteltank von 120 Litern, eine Pumpe mit einer Leistung von 2000 Litern pro Minute und eine Druckzumischanlage.

Alle Geräte und Ausrüstungsgegenstände sind nach Funktion und Trupps sortiert auf Auszügen, Schwenkwänden oder in Kisten verladen. Eine Besonderheit ist die Verlastung des Be- und Entlüftungsgerätes. Die ganze Aufnahme ist auf einem schwenkbaren Rahmen befestigt und kann durch eine Halterung für einen Nass-Sauger oder gegen eine Leerbox getauscht werden. So kann die Beladung je nach Einsatzstichwort gewählt werden.

2018: Ein neuer ELW kommt! Ein Quantensprung in der Entwicklung und die Feuerwehr Kirchweyhe bekommt einen Mannschaftstransportwagen

ELW

Im Jahr 2018 wurde ein neuer Einsatzleitwagen beschafft.

Aufgebaut auf einem modernen Mercedes Sprinter 516 CDI mit einer Gesamtmasse von 5 Tonnen ist das Fahrzeug auch deutlich größer als sein Vorgänger. Mit einem Radstand von 4325 mm und einem Überhang von 2016 mm bietet es viel Platz im Innenraum. Dies ist vor allem aufgrund der neuen Anordnung der Arbeitsplätze notwendig geworden. Die positiven Fahreigenschaften werden durch ein Automatikgetriebe und die Zwillingsbereifung am Heck zusätzlich unterstützt. Die Besatzung des alten Fahrzeugs bemängelte vor allem immer die Platzverhältnisse und die Klimabedingungen. Diese Probleme wurden in den Fokus der Neubeschaffung gesetzt. So hat das Fahrzeug neben der Klimaanlage durch das Fahrgestell eine zusätzliche auf dem Fahrzeugdach verbaut, diese übernimmt die Kühlung des Fahrzeugs im Stand. Auch für den Winter ist das Fahrzeug durch die Standheizung und einen zusätzlichen Wärmetauscher gerüstet.

Wesentliche Veränderungen ergeben sich in der Gestaltung der Arbeitsplätze. Angefangen bei Fahrer- und Beifahrer die jeweils drehbare Einzelsitze haben und deren Sitze somit dann auch an der Einsatzstelle nutzbar bleiben, als Sitzplätze am Besprechungstisch. Die Sitzbank am Besprechungstisch zeichnet sich durch die „Reisebus-Mechanik“ aus. Jeder Einzelsitz ist seitlich und in Fahrtrichtung zu verstellen, sodass auch auf längeren Reisen (z.B. zu Hochwasser-Einsätzen) deutlich mehr Platz auf dieser Sitzbank ist. Auch können die Sitze so auf die persönlichen Bedürfnisse eingestellt werden, sodass von dort am Besprechungstisch gearbeitet werden kann.

Besonders sticht jedoch die Anordnung der Arbeitsplätze im Funkraum heraus. In Fahrtrichtung hintereinander sind die zwei Einzelsitze angeordnet. Jeweils komplett dreh- und verschiebbar, sodass jeder Arbeitsplatz individuell eingestellt werden kann. Der Funktisch ist längs zur Fahrtrichtung zur linken Fahrzeugseite ausgerichtet. Damit ergibt sich je Arbeitsplatz eine Arbeitsfläche von ca. 110 cm Breite! Bisher standen hier nur ca. 160 cm für zwei Arbeitsplätze zur Verfügung. Auch die Unterbringung der persönlichen Ausrüstung ist bei dem Fahrzeug berücksichtigt worden. So findet sich über Beifahrer und Fahrer eine stabile Ablage für Helme und Einsatzjacken, außerdem im Funkraum eine für Einsatzjacken ausgelegte stabile Garderobe. Damit gehört diese „Unordnung“ ebenfalls der Vergangenheit an.

Das Fahrzeug hat eine durchdachte und innovative Energiebilanz. Als Energiespeicher für die Versorgung der Verbraucher ist eine leistungsstarke LiIon-Batterie verbaut. Im Unterschied zu herkömmlichen KFZ-Batterien haben LiIon-Battierien mehrere Vorteile. So kann z.B. wesentlich mehr Kapazität entnommen werden bei gleichzeitig längerer Lebensdauer, gemessen in Ladezyklen. Durch eine Kombination aus Wechselrichter und Ladegerät, die aus dem Marine-Bereich stammt, ist zu jeder Zeit eine stabile Stromversorgung im 230 V Wechselspannungs- und auch im 12 V Bordspannungsbereich gewährleistet. Auch die Überwachung der Spannungsversorgung ist deutlich einfacher geworden. Über ein übersichtliches Display werden alle derzeit zugeführten und abgenommenen Lasten dargestellt. An der Einsatzstelle kommt ein neuer 3 kVA Stromerzeuger zum Einsatz, der das Fahrzeug mit 230 V Wechselspannung versorgt und somit das Ladegerät und die Versorger speist. Auf diese Weise ist ein nahezu unendlicher Betrieb möglich. Allein über die LiIon-Batterie kann das Fahrzeug min. zwei Stunden eingesetzt werden.

Was bisher als „Bastellösung“ realisiert war, ist nun eine integrierte und wartungsfreie Lösung der Kommunikationstechnik geworden. Das Fahrzeug hat eine Telefonanbindung über derzeit eine GSM (Handynetz) Schnittstelle. Eine zweite wäre ohne Aufwand realisierbar. Die Anbindung an die Datennetze erfolgt im Regelfall über LTE, bei schlechter Versorgung kann über die Satellitenanlage ebenfalls eine Datenverbindung aufgebaut werden. Dies kommt vor allem bei Einsätzen in ländlichen Gebieten (Weiße Flecken) oder bei Ausfällen des Handy-Netzes zum Tragen. Dies kann z.B. bei Hochwasser-Lagen im Rahmen der Kreisfeuerwehrbereitschaft oder lokalen Unwetterlagen passieren. Bei längeren Einsätzen ist eine Speisung per Netzwerkkabel in einen außen am Fahrzeug angebrachten Anschlusskasten möglich. Ebenfalls kann sich das Fahrzeug in ein verfügbares WLAN einbuchen. Der verbaute Router ist bis ins Detail konfigurierbar und wählt automatisch die jeweils beste Verbindung aus. Gleichzeitig stellt der Router einen internen AccessPoint bereit und darüber ein WLAN für die mobilen Geräte im Fahrzeug. Bewusst gegen eine weitere Telefonanbindung für ein autarkes Fax wurde sich entschieden, weil dieses Medium für unsere Arbeit in den letzten Jahren quasi bedeutungslos geworden ist. Eine Rückfallebene ist noch über eine Fax2Mail Lösung an einem Festnetzanschluss realisiert.

Die Funktechnik ist nun voll digital ausgelegt. Nachdem bei uns im Landkreis der Wirkbetrieb „Digitalfunk“ erfolgreich läuft, konnte auf fest verbaute analoge Funktechnik verzichtet werden. Entsprechende Handsprechfunkgeräte sind jedoch weiterhin vorhanden. Die Funkgeräte sind über sogenannte Mehrfachbedienstellen zu besprechen. Alle drei verbauten Funkgeräte sind von allen drei Arbeitsplätzen zu bedienen. Dank Headset und Fußtaster kann ohne störende Nebengeräusche je Arbeitplatz gearbeitet werden. Einer der Arbeitsplätze ist mobil ausgelegt, sodass die Bedienstelle mittels Netzwerkkabel vor das ELW oder sogar noch weiter entfernt (z.B. in ein Gebäude oder ein Schnelleinsatzzelt) verlegt werden kann. Die Bedienstellen bieten zudem weiteren Komfort, so kann darüber ebenfalls das Telefon besprochen und sogar Funkgespräche kurzzeitig aufgezeichnet werden.

Aus Alt mach neu!

MTW

Der „alte“ ELW wurde von den Kameraden zum „neuen“ MTW „abgerüstet“. Mit Unterstützung unseres Fördervereins und in Eigenarbeit wurde die Technik für die Einsatzleitung und die Zwischenwand entfernt und es wurde eine Sitzbank eingebaut, sodass in diesem Fahrzeug eine Gruppe (9 Kameraden) Platz findet.

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