Einsätze und neue Technik

Von Gebäude- bis zu Wäldbränden und Rettungstechnik

Anfang Februar retteten zwei Feuerwehrmänner unter schwersten Bedingungen einem 78-jährigen Bewohner das Leben. Kurz nach 10.00 Uhr wurde ein Feuer auf dem Dachboden der Bäckerei Rose in Lahausen entdeckt. Die unverzüglich alarmierte Feuerwehr Kirchweyhe traf bereits nach wenigen Minuten mit dem Tanklöschfahrzeug ein. Als bereits aus dem Dach dicke Rauchschwaden quollen, erhielt man die Schreckensnachricht, dass sich auf dem Dachboden noch eine Person aufhielt. Die beiden Feuerwehrkameraden Fritz Brümmer und Walter Plate tasteten sich mit schwerem Atemschutz ohne jegliche Sicht über den Boden zu der Person vor. Nach kurzer Suche fand man den 78-jährigen, der den Rauch glücklicherweise lebend überstand. Die gerettete Person wurde unverzüglich ins Krankenhaus gebracht. Für diesen Einsatz gab es im nachhinein noch die Rettungsmedaille. Heinrich Glade wird neuer Löschzugführer des Löschzuges Kirchweyhe. Sein Stellvertreter wurde Hermann Kuhlmann. In den Jahren 1971 und 1972 gab es mehrere kleine Einsätze. Auch in diesen Jahren nahm man wieder mehr oder weniger erfolgreich an den Wettbewerben teil.  

1973: Auf der Jahreshauptversammlung erkannte man schon, dass sich viele Feuerwehrmänner tagsüber beruflich nicht in der Gemeinde bzw. im Ort aufhielten. Daher wurde damals schon die Frage gestellt, wie viel Leute morgens um 09.00 Uhr im Ort seien. Diese Frage konnte rasch beantwortet werden, da es sich nur um ein Dutzend Personen handelte. Dies sei zwar noch ausreichend, aber für den Stamm des Löschzuges ziemlich strapazierend gewesen. Daher freute man sich über jeden neuen Feuerwehrmann, wusste aber aus der Praxis, dass die Zugänge nur spärlich erfolgten. 1972 meldeten sich zwei junge Männer zur Freiwilligen Feuerwehr Kirchweyhe. Eigentlich hätte die Zahl bei rund 8.000 Einwohnern höher sein müssen. Johann Hüneke und Friedrich Dörgeloh erhielten das goldene Ehrenzeichen sowie eine Urkunde für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr. In diesem Jahr wurde ein sogenannter „Rettungsschlitten“ in Dienst gestellt. Zur Beladung gehörten ein Notstromaggregat, eine Motorsäge, eine Stichsäge, eine Trennscheibe und Scheinwerfer. Dieser „Schlitten“ wurde im Mannschaftswagen eingebaut.  

1974: Zu einem Großbrand am 24.08. während der Nordkreispokalwettbewerbe wurde u. a. die Feuerwehr Kirchweyhe nach Ahausen gerufen. Dort brannte ein Wohnhaus nebst landwirtschaftlichem Gebäude nieder. Brandursache: Ein 5-jähriger spielte mit Streichhölzern in einer Scheune. Mitte der siebziger Jahre bestand auch eine rege Freundschaft zwischen den Freiwilligen Feuerwehren Worpswede und Kirchweyhe. Man besucht sich gegenseitig bei den Wettbewerben, musikalischen Veranstaltungen und bei anderen passenden Gelegenheiten.

1975: Durch einen Blitzschlag brannte eine Scheune in Lahausen, An der Brake, trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehren Kirchweyhe und Lahausen vollkommen nieder. Nach monatelanger Trockenheit kam es in den Wäldern Niedersachsens im August an verschiedenen Stellen zu Waldbränden. Am 11. August waren schon 500 Hektar total vernichtet worden. Die zweite Feuerschutz-Bereitschaft unter Heinrich zur Kammer wurde in den Landkreis Celle beordert, um im Raum Oldendorf in Aktion zu treten. Dieser Bereitschaft war auch das Kirchweyher Tanklöschfahrzeug angeschlossen. Es war besetzt von den Kameraden Heinz Riekers, Adolf Scholz und Harald Scholz. Für die eingesetzten Kameraden gab es nachträglich noch die Niedersächsische Feuerwehrehrennadel in Silber. Als die Kameraden am 17. August von dem Einsatz zurückkehrten stand ihnen der Schrecken noch in den Augen. Was man da erlebt hatte, war nur zu vergleichen mit dem, was in den schwersten Kriegstagen geschehen war. Wenn hier etwa 2000 Feuerwehrmänner und unzählige Bundeswehrangehörige neben THW und Rotem Kreuz eingesetzt waren, kann man sich ein Bild machen, wie groß die Katastrophe war. 5 Feuerwehrmänner wurden vom Feuer eingeschlossen und kamen in den Flammen um. Das Feuer wurde schließlich mit französischen Wasserbomben bekämpft und letztlich war es ein Regenguss, der dem Feuer den Rest gab.  

1976: Neben den üblichen Kleinbränden gab es auch mittlere Brände und einen Großbrand.

1977: Das Jahr des 75-jährigen Jubiläums. Auch im Jubiläumsjahr gab es mehrere Großeinsätze für die Feuerwehr Kirchweyhe. Zu einem der größeren Einsätze ging es zu der Firma Aldi in Dreye. Dort brannte es in der Kaffeerösterei. Mit Brechstangen und Trennschreiben musste der Trichter der Anlage demontiert werden, um mögliche Brandnester abzulöschen. Einige nasse, mit Kaffeebohnen gefüllte Säcke wurden ins Freie gebracht.

1978: Adolf Scholz wurde für 25-jährige Mitgliedschaft und gleichzeitig für 25 Jahre Gerätewart der Feuerwehr Kirchweyhe geehrt. Am 05. Mai wurde die Feuerwehr Kirchweyhe zu einem mehrstündigen Einsatz in die Bahnhofstraße gerufen. Dort war im wahrsten Sinne des Wortes ein Zweifamilienhaus „aus den Fugen geraten“. Personen kamen nicht zu Schaden. Im Gebäudeinneren war erst eine vor kurzem gezogene Decke des Hauses eingestürzt, Teile der Außenwand brachen zusammen, Risse zogen sich vom Boden bis zum Giebel und die Fensterhalterungen waren teilweise mehr als handbreit aus ihren Verankerungen gerissen. Obwohl nicht zusammengestürzt, schien das Haus nur noch eine Ruine zu sein. 10.000 Skateboards wurden in Leeste ein Raub der Flammen. Auf zwei Lkw-Anhängern geladene Skateboards wurden trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehren Leeste, Kirchweyhe und Sudweyhe ein Raub der Flammen. Der Schaden belief sich damals auf ca. 640.000,00 DM.

1979: Erster funkgesteuerter Probealarm für die Sirenen in der Gemeinde Weyhe. Diese Art der Alarmierung erfolgte nach erfolgreicher Erprobung bis zum heutigen Tage. Am 01. Dezember wurden die Feuerwehren Kirchweyhe und Dreye zu einem Schiffsbrand auf die Weser gerufen. Der Brand konnte nur mit 35 Kubikmeter Schaum, 10.000 Liter Wasser und 300 kg Löschpulver gelöscht werden. Probleme bereitete zunächst die Rückzündungen, die das Feuer immer wieder entfachen ließen. Schließlich wurde der Leerraum geflutet. Die Ladung des Schiffes bestand aus in Kisten verpackter Zellulose. Das Feuer war nach 3 Stunden gelöscht.

Neuer Einsatzleitwagen

1980: Neuer Einsatzleitwagen an die Feuerwehr Kirchweyhe übergeben. Dieses Fahrzeug ersetzte ein Kleinlöschfahrzeug. Das Fahrzeug dient u. a. der Einsatzleitung auf Orts- und Gemeindeebene. Außerdem war es noch Führungsfahrzeug in der Kreisfeuerwehrbereitschaft. Am Abend des 18. Dezember hielten diverse Einsätze die Feuerwehren Kirchweyhe, Dreye und Sudweyhe in Atem. Als erstes wurde ein Wohnhausbrand in der Straße Scharmarsch in Kirchweyhe gemeldet. Dieses erwies sich jedoch als übler Scherz. Um 23.12 Uhr wurden die Feuerwehren Dreye und Kirchweyhe zu einem Feuer in das Dreyer Industriegebiet gerufen. Dort brannten zwei Motorboote vollkommen aus. Gegen 24.00 Uhr meldete ein Sudweyher Feuerwehrmann auf dem Weg nach Hause ein Feuer in der Marsch. Auf dem Gelände der Firma Bultmann brannten zwei neue Segelyachten und ein etwas älteres Motorboot. Trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehren Sudweyhe, Dreye und Kirchweyhe wurden noch 2 weitere Segelboote in Mitleidenschaft gezogen..

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