Schwere Zeiten auch für die Feuerwehr

Mitgliedermangel und schwere Einsätze durch Kriegshandlungen

Dann kam das Jahr 1939 und der Ausbruch des 2. Weltkrieges. Weshalb bis 1948 nur wenige Aufzeichnungen vorliegen.

Die folgenden 10 Jahre gingen aus mündlichen Überlieferungen hervor. Weil sehr viele Kameraden eingezogen wurden, kam der Dienst bald zum Erliegen. Aber die Anforderungen an die Feuerwehr wurde größer. Wegen Mitgliedermangels wurden viele Einwohner in die Freiwillige Feuerwehr dienstverpflichtet. So entstand ein Katastrophentrupp, der bei Bränden und Bombenangriffen in Bremen und einmal sogar in Hannover eingesetzt wurde. Ferner gab es auch einen Gasentgiftungstrupp, der von Fritz Liebe geleitet wurde. Die Ausbildung wurde von Apotheker Mayering geleitet. Von dem Kameraden Willy Bösche wurde berichtet, dass man während eines Luftangriffs am Richtweg fuhr und beim Fall der ersten Luftmine im Kirchweyher Raum in Richtung Lahausen auf einmal die Mützen verlor. Dies rührte vom Druck der Luftmine her, die in 3 km Entfernung gefallen war. Halb Kirchweyhe sei im südlichen Teil ohne Dächer gewesen. Dieser Vorfall soll deshalb erwähnt werden, weil sich jüngere Einwohner kaum ein Bild machen können von der Gewalt des Krieges, der in unserer Heimat wütete.

Ganz schlimm wurde es, als am 08. und 09. April unter beiderseitigen Kampfhandlungen sich der Krieg seinem Ende näherte. Die Verteidigung Bremens durch Deutsche Einheiten führte dazu, dass viele Häuser bei der Kirche auf der Koppel und im Mesdohr in Brand geschossen wurden und die Freiwillige Feuerwehr nicht eingesetzt werden konnte. Wenn die Feuerwehr hätte helfen dürfen, wäre der Schaden sicherlich kleiner gewesen. So bekam Kirchweyhe den Krieg in seinen letzten Zügen noch deutlich zu spüren. Weil die Feuersirenen im Kriege zu Luftschutzsirenen wurden und sehr oft zweimal am Tage ihren Notschrei ertönen ließen, blieb es nicht aus, dass die Feuerwehrkameraden schon aus dem Gefühl heraus sich an irgendeiner Stelle versammelten und die Zeit dann mit Kartenspielen (Doppelkopf) zubrachten. Dieser Kartenclub existierte noch 30 Jahre später und wöchentlich wurde das Geschehen in der Feuerwehr von den Mitspielern durchgesprochen.

Hier eine Auflistung von erwähnenswerten Einsätzen während des 2. Weltkrieges:

  • 29. / 30. Juni 1941 Feuer in Dreye – Gastwirt Rügge – Brandbomben
  • 25. / 26. Juni 1942 Feuer in Kirchweyhe – Gastwirt E. Koch etc. – Brandbomben
  • 04. / 05. September 1942 Feuer in Kirchweyhe – Wohnhaus H. Sembach (Phosphorkanister)
  • 30. Januar 1945 Feuer in Kirchweyhe – Wohnhaus J. Siemer ( Wahlen)

Als dann der Krieg vorbei war, wurden von der britischen Besatzungsmacht alle Vereine und Verbände aufgelöst. Wenn hiervon auch die unpolitischen nicht verschont blieben, die Feuerwehr wurde aber doch verschont. Mit den Spritzen der Freiwilligen Feuerwehr konnte so manches entschärft werden. Trotz vieler Kameraden, die vom Kriege nicht mehr heimkehren konnten, wies die Mitgliederliste 1948 50 Namen auf. Es wurde wieder rege an den Geräten geübt und auch die zahlreichen Bohrbrunnen wurden ständig auf Wasser untersucht. Die Bereitwilligkeit an Lehrgängen an den Feuerwehrschulen Celle und Loy teilzunehmen war ständig vorhanden. Die von der Gemeinde beschafften Geräte mit ihrer vielseitigen Technik konnten zu allen Zeiten überwacht werden.

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