Einsatzort: Kirchweyhe, Richtweg
Ortsteil: Kirchweyhe
Während der Arbeitszeit sollte es in diesem Betrieb zu einer Explosion an einem Kesselwagen innerhalb des Gebäudes gekommen sein, mehrere Mitarbeiter wurden verletzt und zum Teil unter Trümmern verschüttet. Eine weitere Explosion beim Eintreffen der Feuerwehr führte zudem zu einer Beschädigung eines Kesselwagens außerhalb der Betriebshallen, welcher den Gefahrstoff Dichlormethan geladen hatte. Der Austritt des Gefahrstoffes sorgte dafür, dass sich weitere Mitarbeiter und Zivilisten mit dem Stoff kontaminierten.
Die ersteintreffenden Kräfte der Feuerwehr sorgten umgehend für eine Betreuung, Not-Dekontamination und Erstversorgung der insgesamt Verletzten in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst. Die Schnelle Einsatzguppe (SEG) Nord der Landkreises Diepholz sowie die SEG aus Garbsen (Region Hannover), welche sich auf Durchreise durch den Landkreis befand, übernahmen den Aufbau eines Verletztensammelplatzes und die weitere Versorgung der 24 Verletzten (dargestellt durch Mitglieder der Feuerwehr Stuhr). Nach der Sichtung durch den Leitenden Notarzt wurden alle Verletzten zur Weiterbehandlung in Krankenhäuser (Abfahrt der Rettungsfahrzeuge wurde nur simuliert) gebracht. Zeitgleich lief eine Reihe von Kräftenachforderungen im Berich der Feuerwehr und des Rettungsdienstes an, um ausreichendes Personal sicherzustellen. So übernahm der eintreffende Dekontaminationszug des Landkreises Diepholz die Verletztendekontamination im Laufe des Einsatzes. Der Fachzug Gefahrstoffe der Kreisfeuerwehrbereitschaft 1 verschloss die Leckage am Kesselwagen und fing die auslaufenden Gefahrstoffe auf. Weitere Kräfte kümmerten sich um den Brandschutz an der Einsatzstelle. Zur Betreuung der Medien und der Anwohner wurde zudem eine Pressestelle eingerichtet. Mehrere Pressesprecher standen hier für Fragen zur Verfügung und organisierten die Information der Medienvertreter.
Die Polizei sperrte bereits in der Anfangsphase des Einsatzes Teile der Straße "Richtweg" und unterstütze die Einsatzleitung sowie die gemeinsame Pressestelle. Zudem begann die Technische Ermittlungsgruppe Umwelt (TEGU) der Polizeidirektion Oldenburg mit der Dokumentation des Einsatzes.
Gegen 20:00 Uhr beendete die Übungsleitung die Alarmübung. Bei einer kurzen gemeinsamen Nachbesprechung zeigten sich die Organisatoren der Übung um Gemeindebrandmeister Norbert Warnke und Abschnittsleiter Michael Wessels sehr zufrieden mit der gezeigten Leistung. Eine ausführliche Nachbesprechung wird in den kommenden Wochen folgen. Auch die Firma "R.B.S." erklärte, dass der Einsatz aus ihrer Sicht erfolgreich verlaufen sei.
Vor Ort machte sich auch Bürgermeister Frank Lemmermann ein Bild von der Lage.
Im Einsatz waren folgende Kräfte:
Feuerwehr:
Freiwillige Feuerwehr Weyhe: Ortsfeuerwehren Dreye, Erichshof, Kirchweyhe, Lahausen, Leeste, Melchiorshausen und Sudweyhe
Freiwillige Feuerwehr Stuhr: Ortsfeuerwehren Brinkum und Seckenhausen
Freiwillige Feuerwehr Syke: Ortsfeuerwehren Okel und Gödestorf sowie Messstaffel Barrien
Einheiten der Kreisfeuerwehr: Gefahrgutstaffel Nord, Fachzug Gefahrstoffe der Kreisfeuerwehrbereitschaft 1, Dekontaminationszug, Technische Einsatzleitung Nord
Landkreis: Feuerwehrtechnische Zentrale Barrien und Wehrbleck
Rettungsdienst:
Schnelle Einsatzgruppe Nord des Landkreises Diepholz
Schnelle Einsatzgruppe Garbsen (Region Hannover)
Hauptamtlicher Rettungsdienst der Rettungswache Leeste
Leitender Notarzt
Organisatorischer Leiter Rettungsdienst
Polizei:
Polizei Weyhe
Technische Ermittlungsgruppe Umweltschutz
Bundespolizei
Insgesamt waren rund 240 Rettungskräfte im Einsatz.